Die Herstellung von Nunofilz

Sønderjyskfiltetræf

Filztreffen






DIE HERSTELLUNG VON NUNOFILZ


Material:

Das dünnste fertige Material erhältst du bei der Verwendung von Seidenchiffon, es kann für die Herstellung von Jacken, Halstüchern, Blusen und Kleidern verwendet werden. Trotz des dünnen Materials ist es herrlich warm und fällt gut. Daher lässt es sich gut auf einer Büste (Schneiderpuppe) drapieren. Auf www.a-piece.dk werden einige Oberteile gezeigt, die aus den Resten gemacht wurden, nachdem ein Muster zugeschnitten wurde.


Es kann auch Pongèseide (Nr.5) benutzt werden, dichtere Qualitäten empfehlen sich nicht, da die Wolle diese nicht durchdringt.


Baumwollgaze und andere offene Stoffe gehen auch – probiere es mit kleinen Proben.


Wolle/Kammzug und Effekte:

Für Kleidung ist Merinowolle zu empfehlen, weil sie langfaserig und weich ist und gute Filzeigenschaften hat.

Wolle- und Effektflocken und Garne können hübsche Effekte erzeugen, wenn sie gemeinsam mit der Merinowolle verfilzt werden.


Werkzeuge:

Zur Herstellung von Nunofilz in Waschmaschine und Wäschetrockner ist folgendes erforderlich

- der Futterstoff muss sehr dicht sein, damit er sich nicht mit der Wolle verbindet

- der Futterstoff sollte ca. 1 Meter länger sein, als der herzustellende Stoff

- Wasserzerstäuber, Sprühflasche

- große Gummibänder, evtl. aus Meterware selbst gemacht

- Waschmaschine und Wäschetrockner

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Die Waschmaschine übernimmt die gröbere Filzarbeit, der Wäschetrockner gibt dem Stoff in der Schlussphase des Filzens Luft und Struktur. KEINE SEIFE


Schrumpfen:

Der Stoff läuft um 2/3 – ½ ein, es ist davon abhängig, wie viel und wie dicht man die Wolle auflegt.

Es hängt auch davon ab, welche Seide man verwendet.

- Seidenchiffon (Nr. 3,5) ist ein Crêpe-Gewebe, das sehr gut schrumpft. FÜR KLEIDUNG benutze Stoff in 140 cm Breite, sonst ist er nach dem Filzen zu schmal. Du bekommst ihn unter anderem bei Mette Ploug in Dänemark, ihr Webshop  www.metteploug.dk und www.uldportalen.dk

- Pongè (Nr. 5) ist dichter und glatter, das Gewebe schrumpft nicht so stark, dadurch bilden sich auf der Seidenseite große „Blasen“

- Käseleinen ist eine dünne offene Baumwollqualität, eine gute Ergänzung zur Seid, es ist günstig und filzt sehr gut

- Baumwollgaze ist dicker und schwerer und behält daher teilweise seine Struktur


Je mehr Wolle umso weniger schrumpft der Stoff. Dünn ausgelegte Wolle zieht einen größeren Bereich an sich und schrumpft daher entsprechend mehr. DENK DARAN zuerst Proben anzufertigen, bevor du mit der eigentlichen Arbeit beginnst – es macht sich bezahlt.

Wenn du ein leichtes Material für Kleidung haben möchtest, solltest du NUR 16-20 g Merinowolle pro Meter Seidenchiffon in 140 cm Breite auslegen. Hier sparst du viel Geld für Wolle. Es entsteht die Qualität, die du auf www.a-piece.dk sehen kannst.


Nunofilz – Auslegen – Waschmaschine und Wäschetrockner

Nunofilz ist eine Technik, bei der die Wollfasern mit einem mehr oder weniger dünnem/offenen Gewebe verfilzt werden. Dabei erhält man spannende Strukturen und Qualitäten. Die Wollfasern werden – der gewünschten Arbeit entsprechend – sehr dünn auf das Gewebe aufgelegt und eingefilzt. Dieses kann mit der herkömmlichen Technik – warmes Seifenwasser – Handkraft und Werfen/Rollen oder mit der modernen Technik mit Hilfe von Waschmaschine und Wäschetrockner geschehen. ABER wenn du mehrere Meter für Kleidung herstellen willst ist es viel einfacher Waschmaschine und Trockner zu gebrauchen, so schonst du Schultern und Arme.

Wenn wir uns treffen beginnst du mit dem Zuschneiden für eine Bluse/Weste (dazu brauchst du ein Schnittmuster) aus der von dir hergestellten Meterware. Um möglichst interessante Reste zum Drapieren auf der Büste (Schneiderpuppe) zu erhalten hast du zu Beginn 5 Meter Chiffon. Bevor du mit dem Auflegen der Wolle und dem Filzen beginnst, zerschneide den Chiffon in zwei Stücke von 1x 2 Meter und 1x 3 Meter.


a) der Futterstoff wird auf dem Tisch ausgebereitet, wenn du kein Stück hast, welches lang genug ist, kannst du Kürzere 20-25 cm übereinander legen (du kannst sie auch mit Heftstich aneinander nähen, so wird verhindert das sie beim Filzen auseinander rutschen). Es ist wichtig, dass der Futterstoff lang genug ist sonst riskierst du, dass der Chiffon zusammenfilzt. Du kannst laufend ½ Meter mit Wasser und allem fertig machen, siehe Punkt e. DENK DARAN das der Futterstoff breiter als der Chiffon ist, das ist wichtig für den Verschluss mit Gummibändern, die an den Enden sehr stramm gesetzt werden.


b) der Seidenstoff wird auf dem Futter ausgebreitet


c) die Wolle wird aufgelegt ERINNERE: 16-20 g Wolle pro Meter bei 140 cm Breite; eine gute Hilfe ist es, den 100 g schweren Kammzug zu markieren. Für je 20 g, die du maximal pro Meter verwenden sollst, setzt du ein Gummiband.


d) die Wolle soll mit 5-7 cm Abstand zu allen Webkanten liegen, an den anderen Seiten soll sie ganz bis an den Rand liegen


e) zwischen der 1. und 2. Lage Wolle wird leicht mit Wasser befeuchtet (die Wolle der 1. Lage darf nicht zu nass sein, nach der 2. Lage wird wieder leicht befeuchtet) bevor alles mit der Sprühflasche bespritzt wird. Es ist wichtig, dass das Wasser alles durchdringt (Futterstoff, Seide, 1. und 2. Lage Wolle) DENK DARAN die 1. und 2. Lage gekreuzt auszulegen


f) Stoffe und Wolle werden fortlaufend zu einem „Rolle“ aufgerollt um zum Schluss nicht zu stramm mit Gummibändern abgebunden. Wenn du die „Rolle“ etwas sichern willst, kannst du sie vor dem Abbinden in ein nasses Handtuch einwickeln. Auf das Handtuch kann verzichtet werden, sobald die Wolle sich an die Seide geheftet hat. Die Gummibänder werden wie folgt platziert: je eines wird stramm um jedes Rollenende gewickelt (wo keine Seide ist), weitere 6 werden gleichmäßig über die Rolle verteilt (nicht zu fest). Pass auf, dass Stoff und Wolle während des Aufrollens glatt bleiben.


g) die „Rolle“ kommt bei 40° C ohne Vorwäsche in die Waschmaschine, einfarbige Wolle 45 Minuten, weiße Wolle max. 30 Minuten, Mischungen aus Wolle/Seide ca. 1 ½ Stunden, nach der angegebenen Zeit hältst du die Waschmaschine an, dann wird das Wasser abgepumpt und geschleudert, es ist wichtig die Zeiten einzuhalten.

Es ist wichtig zu beachten, dass die angegebenen Zeiten in der Beschreibung  nur eine Richtlinie sind, da es ein großer Unterschied sein kann. Es ist abhängig von der Stoffmenge, die auf einmal herstellt wird, der Wollmenge die benutzt wird, der Wassermenge, der Wärme und den Bewegungen in Waschmaschine und Trockner. Daher ist es eine gute Idee, eigene Ergebnisse aufzuschreiben um sie für weitere Arbeiten zu nutzen. Arbeite dich mit Proben voran bevor du mit großen Mengen Stoff beginnst.


h) Die „Rolle“ wird herausgenommen und geöffnet, beurteile ob die Wolle genug haftet, wenn nicht wird alles ausgerollt und mit dem vorher äußeren Ende zuerst wieder eingewickelt. Beim Einwickeln mit Wasser bespritzen, weitere 30 Minuten waschen.


i) jetzt wird der Stoff herausgenommen und in einer Schüssel Wasser gespült und leicht gewrungen, er kommt lose bei voller Hitze für 5 Minuten in den Wäschetrockner. Danach nimmst du ihn heraus und prüfst alle Kanten/Ecken/ Rüschen ob sie ordentlich aussehen, sonst ziehe sie heraus, sie dürfen nicht zusammenkleben. (Zu diesem Zeitpunkt entstehen die interessanten Kanten). Dann weitere 10 Minuten trocknen und wieder alle Kanten prüfen. Gib weitere 10 Minuten, prüfe wieder – mit dieser Prozedur fährst du fort bis der Stoff die Festigkeit und Größe hat, die du wünscht. DENK DARAN SCHRUMPFE ca. 1/3 der ursprünglichen Länge und Breite.



Ausrechnen des Wollverbrauchs/Herstellen einer Probe:

Ich empfehle, eine größere Probe, zum Beispiel ein Halstuch/Schal, anzufertigen. Du kannst auch kleinere Proben machen, es ist aber gut sich im Auflegen der Wolle zu üben und zu üben mit dem berechnetem Wollverbrauch den ganzen Stoff abzudecken. Der Wollverbrauch ist nämlich sehr gering. Du kannst die Wolle auch in einem Musterverlauf auslegen, taste dich mit kleinen Proben voran.


FÜR:   Seidenchiffon  1 Meter lang und 140 cm breit


VERBRAUCH:  Merinowolle  16 – 20 Gramm


WENN DU EINEN SCHAL MACHEN MÖCHTEST BRAUCHST DU EIN STÜCK STOFF VON 70 CM BREITE UND 3 METER LÄNGE (bedenke er schrumpft) UND 30 GRAMM MERINOWOLLE. Wenn du hier etwas sparen möchtest kannst du Baumwollgaze benutzen, das Wichtigste beim Üben ist den Wollverbrauch anzupassen. Außerdem übst du das Auslegen der Wolle.

Du musst dich darin üben, die Wolleflocken/Büschel in zwei sehr dünnen Lagen auszulegen. Beginne damit die Wolle durch zwei zu teilen (benutze dazu Gummibänder). Zieh feine dünne Flocken aus dem Endstück des Kammzuges. Dort wo du die Wolle hältst wird die Flocke dicker sein als am anderen Ende. Zuerst bedeckst du den Stoff mit der einen Hälfte der Wolle folgendermaßen: die Flocken werden mit dem dicken Ende in einer Richtung nebeneinander gelegt. Danach benutzt du die andere Hälfte der Wolle für die 2. Lage wie folgt: die Flocken werden mit dem dicken Ende in einer Richtung nebeneinander gelegt, aber die Flocken werden im 90 Gradwinkel gekreuzt zu den Wollflocken der 1. Lage gelegt. Damit erreichst du eine gleichmäßige Lage Wolle und vermeidest dünne Stellen im fertigen Stoff.